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Genderstudies

Die “Cultural&Gender Studies” greifen das aktuelle Bedürfnis auf, die kulturwissenschaftliche Theorie mit der Gendertheorie zu verbinden und im Besonderen die Konstruktivität von Gender (Geschlechterverhältnisse und -Differenzen) für die visuelle, mediale Kultur zu thematisieren und sichtbar zu machen. Denn in der visuellen Kultur und im Medienbereich sind Gender-Konstruktionen (Subjekt, Referenz, Differenz) besonders wirkungsmächtig, sowohl in der Produktion als auch in der Rezeption und Vermittlung. In der Verbindung von Cultural&Gender Studies – wofür es keine passende deutsche Übersetzung gibt – kann die Konstruktivität der Kategorie Geschlecht im Kontext verortet und für eine KULTURANALYSE produktiv werden.

Die Erkenntnis, dass das Verhältnis der Geschlechter eine der grundlegenden gesellschaftlichen Organisationsformen darstellt, bestimmt die Basis der Lehre. Auf die Bereiche der visuellen Kultur, auf
KULTUR | MEDIEN | KOMMUNIKATION bezogen, wird davon ausgegangen, dass die Geschlechterforschung – Gender als Analyse- und Strukturkategorie gesetzt – Möglichkeiten der Reflexion bietet (Konstruktion/Dekonstruktion) und für Infragestellungen und Umwandlungen öffnet (Kulturkritik | Kritikkultur).

Ein Beispiel zu den Medien wäre die unbewusste Manifestation eines idealen Schönheitsbildes der Frau. Dies führt immer häufiger dazu, dass sich Frauen in ihrem Körper nicht mehr wohlfühlen und zu einer Fettabsaugung oder anderen chirurgischen Schönheitskorrekturen hingezogen werden. Das Schönheitsideal des Mannes hingegen hat sich durch die Medien nur geringfügig verändert.

Dabei sind die “Cultural&Gender Studies” nicht als eine Disziplin im klassischen Sinne zu verstehen, sondern als Mittlerin einer spezifischen, kritischen Sichtweise innerhalb vorgegebener Bereiche (Repräsentationssysteme), sie sind horizontal zu den einzelnen Disziplinen (Bild-, Medien-, Kulturtheorie) angelegt und fördern damit interdisziplinäres und transdisziplinäres Denken und Handeln, d.h. sie erlauben es, verschiedene Fächer und Strukturen miteinander zu vernetzen, bzw. die genderspezifischen Aspekte in die einzelnen Analyse-Bereiche zu integrieren (transdisziplinäre Differenzforschung).
Theoretische Auseinandersetzungen werden innerhalb von Praktiken situiert und für vielfältige Qualifikationen nutzbar gemacht.

Theorie/Praxis wird somit als ein sich wechselseitig bedingender Prozess verstanden und in Projektmodulen angewendet, auch um deutlich zu machen, dass Vorstellungen und Zuordnungen nicht einfach übernommen werden, sondern über Erkenntnis und Erfahrung im individuellen und gesellschaftlichen Kontext bewusst und unbewusst hergestellt werden (Performativität).
Zielsetzungen
Ziel des Studiums ist die transdisziplinäre Verknüpfung und Befragung zeitgenössischer Theorieeansätze in Beziehung zu Konstruktion, Dekonstruktion von KULTUR | MEDIEN | KOMMUNIKATION:

• Diskussion dekonstruktiver und konstruktivistischer Strategien
• die Genderforschung
• Reflexion der medialen Einschreibungen von Geschlechterdifferenzen
• und deren Korrelation zu Kulturen und Kommunikation
• Transdisziplinäre Vernetzung verschiedener theoretischer Konzeptionen
• in Kulturpraktiken und Alltagskulturen
• Anwendungsorientierte Auseinandersetzung für Innovation und
• Kreation in Projektarbeiten
• Aufbau und Entwicklung von Vernetzung und Netzwerken