Frauenbewegung

Frauenbewegung

Die Frauenbewegung, deren Ziel die soziale, wirtschaftliche und politische Gleichstellung von Mann und Frau ist, hat ihre Wurzeln im Zeitalter der Aufklärung. Als im 18. Jahrhundert die bürgerlichen Bewegungen begannen, entstanden auch die Ursprünge der ersten Frauenbewegung. Mit Beginn der französischen Revolution entstand der Gedanke, dass alle Menschen gleich seien. Dabei erstellte die französische Revolutionärin und Frauenrechtlerin Olympe de Gouges (1748-1793) im Jahr 1791 die Erklärung der Frau und Bürgerin, in der sie die selben Rechte und Pflichten, die die Männer besaßen, auch für die Frauen einforderte. Diese Einmischung in die Politik der Männer musste Olympe de Gouges 1793 mit ihrem Leben bezahlen und den Gang auf das Schafott antreten.

Die Entwicklung der Frauenbewegung ließ sich jedoch nicht mehr aufhalten. Ab 1840 gründeten sich in Deutschland erste Frauenerwerbsvereine für Dienstmädchen und Arbeiterinnen, denen zahlreiche weitere Frauenvereine nachfolgten. Auch in den Vereinigten Staaten von Amerika begann die erste Welle der Frauenbewegung, die aus der Anti-Sklaverei Bewegung für Farbige hervorging. Viele der engagierten Abolitionistinnen erkannten, dass die Frauen nicht die selben Rechte genossen, wie die Männer. Im Jahr 1848 begründeten schließlich die Quäkerinnen Lucretia Mott (1793-1880) und Susan B. Anthony (1820-1906) mit der Seneca Falls Declaration die amerikanische Frauenbewegung. Die Deklaration berief sich dabei auf die amerikanische Unabhängigkeitserklärung und forderte u.a. das Wahlrecht für Frauen ein. Weitere wichtige Ziele der Frauenrechtlerinnen, die von ihren Gegnern verächtlich Suffragetten genannt wurden, waren vor allem das Recht auf Arbeit und Bildung. In Deutschland führte das Engagement der Frauenbewegung schließlich dazu, das das Frauenwahlrecht im November 1918 eingeführt wurde. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 wurde die freie Frauenbewegung in Deutschland jedoch durch das NS-Frauenwerk sowie die NS-Frauenschaft ersetzt, deren Ziel es war die traditionelle Frauen- und Mütterrolle wieder aufzuwerten. Nach Ende des 2. Weltkrieges formierte sich die deutsche Frauenbewegung neu und bildete 1947 aus fünfzehn verschiedenen Verbänden den Frauenring.

In den späten 60er Jahren begann die zweite Welle der Frauenbewegung, aus der schließlich die autonome Frauenbewegung der Feministinnen und die reformorientierte Frauenbewegung hervorging. Durch die Bewegung wurde die Rolle der Frau gestärkt und es entstanden Buchverlage, Zeitschriften und Zentren speziell für Frauen. Darüber hinaus wurden in den deutschen Bundesländern Gleichstellungsministerien gebildet, Frauenquoten und Frauenbeauftragte eingeführt.