Frauenforschung

Frauenforschung

Die Frauenforschung stellt die Erfahrungen von Frauen in den Fokus der wissenschaftlichen Untersuchungen und Lehren. Sie entwickelte sich Ende der 60er Jahre, aus der Kritik am herrschendem Patriarchat. Die weibliche Erfahrung der Unterdrückung durch den Mann wurde definiert und in einem gesellschaftlich- soziologischen Kontext betrachtet. Frauenthemen werden innerhalb verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen behandelt. Zu Beginn der Forschung lag der Schwerpunkt noch in der Soziologie, später wurden speziell die Literaturwissenschaft und die Politikwissenschaft in die Frauenforschung integriert.

Die Frauenforschung wird auch als „akademischer Arm“ der politischen Frauenbewegung betitelt. Aus diesem feministischem und politischem Selbstverständnis heraus, gründeten sich eine Reihe von autonomen Frauenforschungs- und Bildungseinrichtungen. Aber auch innerhalb der Universitäten hat die Frauenforschung die wissenschaftliche Welt verändert. Inzwischen sind in Deutschland eine Reihe von Lehrstühlen speziell für dieses Thema eingerichtet. Erweitert wurde das Konzept der Frauenforschung durch den Begriff der Geschlechterforschung (gender studies). Die Geschlechterforschung geht von der Grundthese aus, dass die soziale und kulturelle Stellung der Frau nicht isoliert betrachtet werden kann, sondern nur im Kontext mit dem dazu gehörendem kulturell und historisch geprägtem Bild des Mannes.

Selbstverständlich stehen im Mittelpunkt der Frauenforschung weiterhin die Untersuchung weiblicher Lebenszusammenhänge. So sind: Muster der „typisch weiblichen“ Sozialisation, die Frau im Beruf und dem öffentlichen Leben, der Alltag der Frau in Ehe und Familie und weibliche Normen und Werte wichtige Inhalte der Forschung. Die Auseinandersetzung mit der weiblichen Wirklichkeit und mit der Stellung der Frau in der Gesellschaft sind Themen, die nach wie vor aktuell sind. Die Ursache der Ungleichheit der Geschlechter und deren Auswirkungen wird in diesem Fach wissenschaftlich reflektiert. Ziel ist eine Verbesserung der Lebenssituation von Frauen, ihre Gleichstellung mit dem Mann in Gesellschaft, Familie und Beruf.

Die Frauenforschung ist nicht nur zu einer eigenen wissenschaftlichen Disziplin geworden, sie hat auch viele andere Forschungsgebiete maßgeblich verändert, durch ihre neue Sichtweise. Eine aktuelle Umsetzung dieser Wissenschaft ist der „Girl`s Day“. An diesem Tag können Schülerinnen typisch männliche Berufe kennen lernen. Damit soll das Interesse der Mädchen für technische Berufe geweckt werden und ihr Horizont bei der Berufswahl damit entscheidend erweitert.