Internationaler Frauentag

Internationaler Frauentag

Weltweit am 8. März begangen wird der internationale Frauentag, welcher sich für die Gleichberechtigung der Frauen einsetzt und unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen steht.

Der internationale Frauentag geht auf eine Initiative der Frauenrechtlerin Clara Zetkin zurück, welche bereits im Jahre 1910 auf einer Frauenkonferenz einen diesbezüglichen Vorschlag unterbreitete. Vorreiter des Frauentags-Gedankens waren die Schweiz, Deutschland, Österreich-Ungarn und Dänemark, welche am 19.03.1911 den ersten internationalen Frauentag durchführten. Um die revolutionäre Idee des Frauentages zu unterstreichen, wurde der Folgetag des Gedenktages der Gefallenen der Märzrevolution gewählt.

Seit 1921 ist der 8. März als Datum des internationalen Frauentages festgeschrieben. Auf einer kommunistischen Frauenkonferenz in Moskau schlugen die Delegierten Bulgariens vor, mit dem Feiertag die Frauen der Arbeiter und Soldaten zu ehren, welche am 8. März 1917 in Sankt Petersburg streikten, und somit die Februarrevolution auslösten. Der rein kommunistischen Datierung des 8. März steht eine in Westeuropa gebräuchliche Herleitung gegenüber; der blutig niedergeschlagene Streik der Textilarbeiterinnen am 8. März 1857 in New York. Diese Version ist jedoch historisch nicht ausreichend untermauert und wird oft als konstruiert betrachtet, um die kommunistische Bedeutung des internationalen Frauentages abzuschwächen.

Erklärtes Ziel des Frauentages blieb es stets, soziale Probleme von Frauen in den Mittelpunkt zu stellen. Auf Grund seines sozialistischen Ursprungs wurde der internationale Frauentag zwischen 1933 und 1945 verboten. Im Gegensatz dazu bekam dem Muttertag Feiertagsstatus zu.

Nach dem II. Weltkrieg wurde der Frauentag in der sowjetischen Besatzungszone 1946 wieder eingeführt. Obwohl im Westteil Deutschlands Sozialdemokratinnen in den Nachkriegsjahren diverse Veranstaltungen organisierten, gelangte der Frauentag hier mehr und mehr in Vergessenheit. Die ersten offiziellen Feierlichkeiten zum internationalen Frauentag fanden auf Initiative der Vereinten Nationen 1975 statt. Auf einer Generalversammlung der UN erlangte der internationale Frauentag 1977 weltweite Anerkennung.

Heute ist der 8. März in zahlreichen Ländern, wie Georgien, Serbien, Zypern, Angola oder Vietnam, gesetzlicher Feiertag. Jährlich finden vielfältige Veranstaltungen statt, welche sich an den jeweiligen politischen und wirtschaftlichen Situationen der einzelnen Ländern orientieren. Themen wie gesetzliche Mindestlöhne, die Rechte von Ausländerinnen oder die Diskriminierung Homosexueller stehen gegenwärtig im Mittelpunkt der Debatten.